Die geschenkte Saison 2017

Nach dem vorzeitigen SCHWANENGESANG im Vorjahr treten wir nun unverhofft (mit himmlischer Hilfe) – aber zuversichtlich wie gewohnt – an. Einerseits in der gemütlichen black box mit Hitzestaus im Dachboden und überfüllter Küche hinterher – und andererseits auch ganz neu: Für fünf Vorstellungen konnten wir den Kammerhof als Spielstätte hinzugewinnen. Dem Museumsverein und der Gemeinde Bad Aussee sei Dank.

Wir werden uns also weiter anstrengen, um den wachsenden Erwartungen unseres Publikums zu genügen. Zur Verstärkung haben wir erstmals den Wahlausseer HUGO von HOFMANNSTHAL zu uns ins Theater geholt. Sein letztes großes Werk „Der Turm“ hat er größtenteils nebenan auf der Obertressen geschrieben. Leider wird es – seiner Opulenz und anderer Schwierigkeiten wegen – viel zu selten gespielt, obwohl es eine mittlerweile wachsende Aktualität aufweist. Wir springen in die Bresche und koppeln es mit einem anderen Großwerk. „Das Leben ist Traum“ des Spaniers CALDERON DE LA BARCA. Diese comedia famosa ist eines der berühmtesten Werke der theatralischen Weltliteratur überhaupt. Mit seiner Vertauschung von Leben und Traum hat es eine eigene literarische Tradition begründet. Bei uns werden die beiden Stücke zu etwas ganz Neuem verbunden, das sich in Worten kaum beschreiben lässt, aber den Nagel auf den Kopf trifft. Sie werden ja sehen! DAS LEBEN – KEIN TRAUM. (Welturaufführung)

Wo? – im KAMMERHOFMUSEUM
In der guten alten BLACK BOX gibt es zunächst ebenfalls eine Welturaufführung: GOTTESKRIEGER. Es handelt sich um ein „spin off“ eines sehr ungewöhnlichen Sachbuches, das im Frühjahr 2017 erscheint: LIBER GOTT (DAS BUCH DER 24 PHILOSOPHEN) von Jürgen Kaizik. Was dort die spannende Nebenhandlung bildet, wird hier in der BOX zum dramatischen Kammerspiel: 3 Entführungsopfer werden von einer radikalen Splittergruppe mit dem Tod bedroht. Mehr soll hier im Moment nicht verraten werden. Ausser, dass sich alles um die Frage dreht, was wichtiger ist: Gott oder die Religion.

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Saison ist der Tatsache geschuldet, dass der österreichische Dichter ROBERT MUSIL in diesem Jahr seit 75 Jahren tot ist. Musil gehört sicherlich zu den berühmtesten und zugleich unbekanntesten Autoren unseres Landes. Leider lässt sich nicht übersehen, dass er – seit wir keinen Bundeskanzler mehr haben, der sich wie Bruno Kreisky Musils besonders angenommen hätte – immer stiller um Musil geworden ist. Wir aber glauben fest, dass wir sein genaues und utopisches Denken nötiger denn je haben – und ehren ihn mit zwei Produktionen. Zum einen wiederholen wir seine Posse

VINZENZ UND DIE FREUNDIN BEDEUTENDER MÄNNER

Bereits im 2016 war unserer multimedialen Version dieses Lustspiels rund um ein raffiniertes Luxusweibchen beträchtlicher Erfolg beschieden – also machen wir es gerne nochmals. Zum anderen ist es uns gelungen, den großen Sprechartisten und beliebten Schauspieler WOLFRAM BERGER zu uns in die Box zu locken. Auf seine Version von TAGEBUCH EINES MÖRDER nach Roman von Jürgen Kaizik MUSILS MÖRDER (ein neuer Text, der Musil viel zu verdanken hat!) freuen wir uns alle ganz besonders.

Unser Mitkämpfer VITUS WIESER hat im Vorjahr sein erstes Kabarett Programm GANGSTER bei uns in der Box erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Nachdem er es nun an vielen Orten mit ebenso großem Erfolg gespielt hat, kehrt er zurück, damit wir zu sehen bekommen, um wie viel besser er noch geworden ist.

Für unsere jüngsten Besucher bieten wir diesmal nicht nur einen Workshop an (der diesmal 4 Nachmittage dauert), sondern zusätzlich eine „aktiv“ LESUNG, die einen der berühmtesten Kinderromane an einem – vielleicht verregneten – Samstagnachmittag vorstellen wird.)

Zuletzt – Ende August – werden wir wieder einmal Abschied nehmen von der Black Box. Diesmal mit einem KEHRAUS, in dem wir einige Highlights der letzten Zeit (nicht alle!) Revue passieren lassen wollen. Einstweilen lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob dieser Abschied nun ein endgültiger sein wird. Aber – wir sind auf alles gefasst. Wie dem auch sei, jedem Abschied wohnt ein Zauber inne… auch dem vorzeitigen.