Nichts bleibt, wie es ist, bloß weiß niemand heutzutage, ob man dies als Trost oder Drohung empfinden soll. Wir - Bluatschwitzblackbox - haben uns jedenfalls entschlossen, in dem Dilemma eine Herausforderung zu sehen. Was uns nämlich bleibt zwischen Bankenkrise und Ölpest, ist die Überzeugung, daß es in und zwischen den Menschen Wahrheiten zu entdecken gibt, die sich wenn überhaupt durch die Kunst und ihr Spiel vermitteln lassen. Und gesetzt, diese Wahrheiten wären zuletzt auch nur Schein, so könnten sie doch zuvor wahrhaftiges Vergnügen bieten.
Aus diesem Grund haben wir den Bogen unseres „philosophischen“ Theaters noch ein wenig weiter gespannt als im Vorjahr: Nietzsche, Wagner, Musil, Hölderlin und Rilke: wagemutige Reisende in eine halsbrecherische Zukunft. Wer sich auf sie einlässt, dem zeigen sich überraschende, ermutigende Aus- und Einblicke. Darüber hinaus bietet das „philosophische Frühstück“, das wir vier Mal im August jeweils sonntags um 11 Uhr vormittags anbieten, geistige Anregung verbunden mit körperlicher Erquickung. Im Frühjahr 2010 hatten wir zu einer Partnerschaft für das Theater aufgerufen. Zahlreiche Menschen haben mit größeren und kleineren Beiträgen ihre Solidarität mit diesem Unternehmen gezeigt, das sich in der geistig-kulturellen Tradition des Ausseerlandes sieht. Von dieser Tradition wollen wir gemeinsam Kunde geben, hier und anderswo: gerade, wenn sonst nichts so bleiben sollte, wie es war.
Ines Kratzmüller & Jürgen Kaizik |
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