Im griechischen Theater wurden die „Dionysien“ (so der Name des Theaterfestes im alten Athen) mit einem „Satyrspiel“ abgeschlossen. Die Dichte und die Spannung der Tragödien sollte durch ein eher burleskes Nachspiel aufgelockert werden. Etwas Ähnliches werden wir auch versuchen. Zu diesem Zweck machen wir mitsamt den historischen Figuren einen Sprung in der Zeit ins Heute! (Auch auf Grund der schon vorgerückten Stunde, werden wir ab hier mit elektrischem Licht arbeiten. Und die Kostüme der Schauspieler passen sich der Verwandlung ins Heutige an.)

Die anfangs noch hilflosen „Geschöpfe“ des Prometheus haben seither eine überwältigende Karriere hinter sich. Jedoch ihr Triumph wird von immer mehr Verfallserscheinungen bedroht. Die heutige „Krise“ der Demokratie war aber von Aischylos bereits in Betracht gezogen worden. Der Gründungsakt demokratischer Entscheidungen, den der dritte Teil der Orestie zeigte, lief nämlich nicht ohne Tricks und Polemik ab. Es stellte sich heraus, dass es bei „demokratische“ Entscheidungen gar nicht um die Wahrheit gehen kann – und noch etwas: Niemals sind politische Entscheidungen einfach ein „Deal“. Das zu glauben ist der verhängnisvollste Irrtum politisch handelnder Menschen. Es geht um etwas Wichtigeres: wie geht man mit kontroversiellen Ergebnissen um. Wie werden Andersdenkende verantwortungsvoll in die Entscheidung miteinbezogen? Wie wäre der katastrophische Glaube an die unumschränkte Macht der Sachzwänge zu überwinden?

Wir freuen uns darauf, im Anschluss an die Vorstellungen mit unserem Publikum in lockerer Atmosphäre, in alter Tradition, über alles und mehr noch zu sprechen.