Für unser westliches, liberales Selbstverständnis gilt seit einiger Zeit China als der bevorzugte Reibebaum. Das Reich der Mitte bietet uns ein provokantes Kontrastbild einer kapitalistischen und dabei autoritären, illiberalen Gesellschaft. Es ist riesig, zugleich aber weit weg genug. Also bedrohlich und (noch) nicht unmittelbar gefährlich. Da nun Feindbilder sich wunderbar dazu eignen, die eigenen Schwächen zu übertünchen, wird in vielen Kanälen und auf viel Papier fröhlich drauflos gehetzt. (Gleichzeitig gibt es einige wenige Stimmen – auch auf dem Buchmarkt – die China bereits als Vorbild sehen wollen.) Dieser Situation verlieh nun die Corona Krise (Der „Chinesische Virus“!) eine ganz eigene Dynamik. Umgekehrt zeigt – von jenem Konflikt aus gesehen – die Pandemie ein anderes Gesicht. Möglicherweise lässt sie uns Einsichten in unsere Situation gewinnen, auf die wir sonst nicht so rasch gekommen wären.

Angesichts der Krise fragen wir uns: WAS WAR DA – WAR DA WAS?

中國春天
Die Antwort muss nicht chinesisch für uns klingen, aber sie hat mit China zu tun. Vielleicht mehr, als wir wahrhaben wollen.

Ein Vortrag, unterbrochen und angereichert mit antiker und moderner chinesischer Musik.