DAS LOHENGRIN PROJEKT

Der Komponist durfte die Uraufführung seines LOHENGRIN nicht miterleben. Als steckbrieflich gesuchter Revolutionär, konnte er sich gerade noch nach Zürich vor der Verhaftung retten. Zum Trost speiste er an jenem historischen Abend dort im Restaurant des Hotels ZUM SCHWAN. Es dauerten bange lange Tage bis ihm der Widerhall des großen Erfolges seiner „romantischen Oper“ erreichte. Da arbeitete Wagner schon an einer neuen Idee: DER RING DES NIBELUNGEN. An vier langen Abenden sollte der zwangsläufige Untergang der Menschheit und ihrer Götter in nie zuvor erreichter Großartigkeit erzählt werden. Nachts aber träumte er, wie alle großen Opernhäuser, die seine Werke abgelehnt hatten, in Flammen aufgingen. 

Jahre später bekannte Wagner, sich im Lohengrin als verkannter Künstler selbst porträtiert zu haben. Und nochmals später öffnete ihm dieser Lohengrin die Tore zur Gunst des bayerischen Königs, der ihn endlich von den drängenden materiellen Sorgen befreite. Zuletzt war es dann nochmals Lohengrin, der eine Brücke schlug zu Wagners letztem Werk: „mein Vater Parsifal…“ Was es mit dieser Vaterschaft auf sich hat und wer zu seiner Mutter erkoren gewesen sein mochte, blieb Wagners letztes Geheimnis.  

„Der Mensch wird nicht eher das sein, was er sein kann und sein soll, als bis sein Leben der getreue Spiegel der Natur, die bewusste Befolgung der einzig wirklichen Notwendigkeit: der inneren Naturnotwendigkeit ist, nicht die Unterordnung unter eine äußere, der eingebildeten und der Einbildung nur nachgebildeten, daher nicht notwendigen, sondern willkürlichen Macht. 

Dann aber wird der Mensch auch wirklich erst Mensch sein, während er jetzt immer nur noch einem der Religion, der Nationalität oder dem Staate entnommenen Prädikate nach existiert. Der wirkliche Mensch wird daher nicht eher vorhanden sein, als bis die wahre menschliche Natur, nicht willkürliche Staatsgesetze sein Leben gestalten und ordnen.“ So schrieb Wagner 1849 in „Das Kunstwerk der Zukunft“ und so lassen sich seine Wege deuten und so lässt sich seine Musik in ihrer unerschöpflichen Vielfalt auch verstehen:  Als bewusst gewordener Zusammenhang des freien Menschen mit der Natur .